Nach einer nicht-amtlichen Definition bezeichnet der Begriff Arthrose (Syn. Arthrosis deformans – altgriech. „Gelenk“ und lat. deformare „verstümmeln“) in Deutschland einen „Gelenkverschleiß“, der das altersübliche Maß übersteigt. Ursächlich werden ein Übermaß an Belastung (etwa erhöhtes Körpergewicht), angeborene oder traumatisch bedingte Ursachen, wie Fehlstellungen der Gelenke, oder auch knöcherner Deformierung durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose gesehen. Sie kann ebenfalls als Folge einer anderen Erkrankung (etwa Gelenkentzündung) entstehen (sekundäre Arthrose) oder mit überlastungsbedingter Ergussbildung (sekundäre Entzündungsreaktion) einhergehend (aktivierte Arthrose). Die angloamerikanische Fachliteratur unterscheidet zwischen der Osteoarthrose (OA), bei welcher die Zerstörung der Gelenkflächen wahrscheinlich hauptsächlich auf Belastungseinwirkungen zurückzuführen sind, und der Osteoarthritis (RA), bei welcher die Gelenkdegeneration durch eine Entzündungskompenente im Vordergrund steht.
Grundsätzlich können alle Gelenke von arthrotischen Veränderungen betroffen werden. In Deutschland kann die Erkrankung am häufigsten im Kniegelenk lokalisiert werden.Robert Koch-Institut (Hrsg,) (2006): Gesundheit in Deutschland. Datentabellen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Robert Koch-Institut. Berlin. Arthrose ist einer der häufigsten Beratungsanlässe in einer allgemeinmedizinischen Praxis
Grundsätzlich unterscheidet man die primäre und die sekundäre Arthrose.
Bei der primären Arthrose wird eine biologische Minderwertigkeit des Knorpelgewebes unklarer Ursache angenommen. Sekundäre Arthrosen entstehen durch mechanische Überlastung (etwa bei Hüftgelenksdysplasie), entzündliche Veränderungen (etwa bei Arthritiden) oder metabolische Störungen (etwa bei Chondrokalzinose). Die Häufigkeitsverteilung beider Formen wird kontrovers diskutiert.
Bei der Arthrose führt eine anfängliche Knorpel
Hüftgelenk – die mechanische Hauptbelastungszone ist blau dargestellt. Hüftgelenks-Dysplasie – die mechanische Hauptbelastungszone ist im Vergleich zur Normalvariante deutlich verkleinert.
Grundsätzlich unterscheidet man die Arthrose auch nach ihrer Ursache. Der Arthrosis alcaptonurica liegt vermehrte Homogentinsäureablagerung in Gelenken bei vorbestehender Alkaptonurie, der hämophilen Arthrose regelmäßige intrartikuläre Blutungen bei Hämophilie (Blutergelenk) und der Arthrosis urica der mechanische Einfluss von Uratkristallen auf den gesunden Knorpel ursächlich zugrunde.Pschyrembel, ISBN 3110070189
Klassische Ursache einer Arthrose stellt die Dysplasie von Gelenken dar. Am Beispiel der Hüfte wird deutlich, dass die mechanisch am meisten belastete Zone bei einer physiologischen Hüftstellung eine deutlich größere Fläche darstellt, als bei einer dysplastischen Hüfte. Die Belastungen durch die auf das Gelenk einwirkenden Kräfte sind von der Gelenkform jedoch weitgehend unabhängig. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf die Hauptbelastungszone(n). Dadurch wird bei einer kleineren Zone eine höhere Druckbelastung als bei einer größeren auftreten. Die biomechanische Druckbelastung des Gelenkknorpels ist somit bei einer dysplastischen Hüfte größer als bei physiologischer Hüftstellung. Diese Gesetzmäßigkeit wird allgemein ursächlich für das gehäufte Auftreten arthrotischer Veränderungen an von der anatomischen Idealform abweichenden, tragenden Gelenken gesehen.
Sind die Folgen einer Verletzungs für einen vorzeitigen Verschleiß verantwortlich, so spricht man von einer posttraumatischen Arthrose. Als weitere Ursachen einer sekundären Arthrose werden mechanische, entzündliche, metabolische, chemische (Chinolone), trophische, hormonelle, neurologische und genetische Gründe diskutiert. In den meisten Fällen wird die Entstehung der Arthrose als idiopathisch angesehen.Roach, H. I. / Tilley, S. (2007): The Pathogenesis of Osteoarthritis. In: Bronner, F. / Farach-Carson, M. C. (Eds.) (2007): Bone and Osteoarthritis. Topics in bone biology, Vol. 4. Springer-Verlag. London.
Medikamentöse Ursachen für eine Arthrose können z.B Antibiotika von Typ Gyrasehemmer (Fluorchinolone z. B. Ciprofloxacin, Levofloxacin) sein. Diese Chemotherapeutika führen in schlecht vaskularisierten Geweben (hyaliner Gelenkknorpel; Sehnengewebe) zu einer Chelat
Arch Toxicol. 2000 Jan;73(10–11):557–63. Ciprofloxacin causes cytoskeletal changes and detachment of human and rat chondrocytes in vitro; Scand J Infect Dis. 1996;28(6):641–3.
Pefloxacin-induced arthropathy in an adolescent with brain abscess; Therapie. 1992 Jan-Feb;47(1):80 Polyarthropathy in an adolescent treated with pefloxacin. Auch eine langjährige Behandlung mit Marcumar kann durch Abnahme der Knochendichte bei Belastungen der Gelenkbinnenstruktur eine Arthrose begünstigen.
Neben dem Alter sind mechanische Überbelastungen, (Mikro-) Traumata, Destabilisierungen der Gelenke (durch Verlust der Sicherungsmechanismen) sowie genetische Faktoren als Risikofaktoren für Osteoarthrose bekannt. Jedoch sind weder Entstehung noch Interventionsmöglichkeiten vollständig geklärt. Roach, H. I. / Tilley, S. (2007): The Pathogenesis of Osteoarthritis. In: Bronner, F. / Farach-Carson, M. C. (Eds.) (2007): Bone and Osteoarthritis. Topics in bone biology, Vol. 4. SpringerVerlag. London.
In einem von Osteoarthrose betroffenen Gelenk ist der Gehalt von Stickstoffmonoxid erhöht, Ähnliches konnte durch mechanische Reizung von Knorpelgewebe beobachtet werden Das, P. / Schurman, D. J. / Smith, R. L. (1997): Nitric oxide and G proteins mediate the response of bovine articular chondrocytes to fluidinduced shear. Journal of Orthopaedic Research, 15: 87 – 93. Farrell, A. J. / Blake, D. R. / Palmer, R. M. / Moncada, S. (1992): Increased concentrations of nitrite in synovial fluid and serum samples suggest increased nitric oxide synthesis in rheumatic diseases. Annals of the Rheumatic Diseases, 51: 1219 – 1222. Fermor, B. / Brice Weinberg, J. / Pisetsky, D. S. / Misukonis, M. A. / Banes, A. J. / Guilak, F. (2001): The effects of static and intermittent compression on nitric oxide production in articular cartilage explants. Journal of Orthopaedic Research, 19: 729 – 737.. Mechanische Krafteinwirkungen sind wahrscheinlich ursächlich an der Entstehung von Osteoarthrose beteiligt Liu, X. / Sun, J. Q. / Heggeness, M. H. / Yeh, M. L. / Luo, Z. P. (2006): Force-mediated dissociation of proteoglycan aggregate in articular cartilage. Biorheology, 43: 183—190..
Das Risiko an Arthrose zu erkranken erhöht sich mit zunehmenden Alter Symmons, D. / Mathers, C. / Pfleger, B. (2002): Global burden of osteoarthritis in the year 2000. Documentation for GBD 2000 project. Genf.. Etwa zwei Drittel der Menschen über 65 Jahren sind von der Erkrankung betroffen Bronner, F. / FarachCarson, M. C. (Ed.) (2007): Bone and Osteoarthritis. Topics in bone biology, Vol. 4. SpringerVerlag. London., jedoch leiden nicht alle Betroffenen auch an den Symptomen.
Eine Arthrose kann symptomlos verlaufen. Typisch sind Anlauf- und belastungsabhängiger Schmerz. Das Ausmaß der Schmerzen korreliert jedoch nicht zwangsläufig mit dem objektiv beurteilbaren Ausprägungsgrad der Arthrose. Als weiter typische Symptome gelten ein Gelenkerguß (aktivierte Arthrose), zunehmende Deformation (Verformung) des Gelenks und Gelenkgeräusche durch zunehmende Unebenheiten der Knorpeloberfläche bei Bewegung auf.
CT-Aufnahme einer Arthrose am Iliosakralgelenk (Kreuzbein-Darmbeingelenk) Der Patient berichtet bei der Anamnese über Gelenkschmerzen, anschließend muss noch geklärt werden, bei welchen Gelegenheiten dieser Schmerz auftritt. Es folgt die klinische Untersuchung der Gelenkkontur, der Funktion, der Bandstabilität, der umgebenden Muskulatur und dann schließt sich, je nach Erfordernis, eine bildgebende Diagnostik an, also Röntgen, CT oder MRT. Als Zeichen einer bestehenden Arthrose sind dabei eine Verschmälerung des Gelenkspaltes, Sklerose, also eine reaktive Knochenverdichtung zu beiden Seiten des Gelenkspaltes, Osteophytenbildung an den Gelenkrändern und subchondrale Zystenbildungen des gelenkbildenden Knochens, die durch feine Rissbildungen des Knorpels und Durchtritt von Gelenkflüssigkeit in die darunter liegende Knochenschicht entstehen.
Wenn sich ein Befund für eine minimal-invasive Intervention anbietet, kann eine Arthroskopie notwendig werden. Die Entwicklung der Arthroskopie in den letzten Jahren hat etliche Gelenke für diese elegante Form des operativen Eingriffs zugänglich gemacht. Am häufigsten werden Arthroskopien am Kniegelenk durchgeführt, auch um präoperativ abzuklären, zum Beispiel welcher Typ Endoprothese im Einzelfall sinnvoll ist. Meistens werden Arthroskopien jedoch eingesetzt, um zeitgleich mit der Diagnostik auch die erforderliche Sanierung des Gelenkes vornehmen zu können.
Durch eine Weiterentwicklung von Methoden zur Auswertung von MRT-Aufnahmen kann seit neustem Arthrose bereits im Frühstadium erkannt werden.Bericht bei Science Daily (09/2008) Diese Technik ist auch für die Erforschung neuer Medikamente als therapiebegleitende Verlaufskontrolle von großer Bedeutung.
Grundsätzlich sollte die Therapie der Arthrose folgende Ziele verfolgen:
Dazu sind folgende Therapieeffekte geeignet:
SYSADOA (Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteo-arthritis) sind Substanzen, ohne direkte schmerzlindernde Wirkung. Sie ändern grundsätzlich den Verlauf der Arthrose als Krankheit nicht. DMOAD (Disease Modifying Osteo-arthritis Drugs – früher als Chondroprotektiva bezeichnet) sollen den Krankheitsverlauf beeinflussen. Dazu sind eine Verlangsamung der Knorpeldegeneration und/oder eine Verstärkung der Knorpelregeneration (Remodelling) geeignet.
Im Rahmen einer Metaanalyse, wurden aus bereits bestehenden Arbeiten (über Arthrosetherapie) die unbehandelten Kontrollgruppen mit den placebo
Zumindest bei Tieren kommt sie möglicherweise vor. Bei Pferden konnte nach einer narbigen Verschlimmerung eine Glättung der Gelenkoberfläche durch natürliche Abrasion nachgewiesen werden, wie sie normalerweise nur durch eine Operation („Gelenktoilette“) erzielt wird.Zimmering T.: Röntgenologische und arthroskopische Untersuchung im Vergleich zur lichtmikroskopischen Synoviadiagnostik am klinisch gesunden Fesselgelenk des Pferdes http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=959771603&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=959771603.pdf
Zur Vorbeugung der Arthrose kann man derzeit die ausreichende Bewegung ohne Überlastung, den Schutz vor Gelenkverletzungen (Unfall, Trauma, mit Folge einer Trümmerzyste) und Verhinderung von Übergewicht als empfehlenswert auflisten.
Die Möglichkeiten der Therapie hängen vom betroffenen Gelenk ab. So werden bei der Coxarthrose als gelenkerhaltende Operationen die Korrekturosteotomien an Femur und Becken und als Gelenkersatzoperation eine Endoprothese empfohlen. Bei der Gonarthrose werden als gelenkerhaltende Operationen die Arthroskopie (ggf. auch Arthrotomie) zu Lavage, Beseitigung mechanischer Irritationen, Synovektomie, Weichteileingriff zur Verbesserung der Patellaführung und gelenknahe Osteotomien zur Korrektur in Frontal- und/oder Sagittalebene bzw. einer Tuberositasversetzung empfohlen. Als Gelenkersatz kommen eine unikompartimentelle Schlittenprothese, eine ungekoppelte bikompartimentelle Prothese oder eine gekoppelte bikompartimentelle Prothese mit und ohne Retropatellarersatz (ggf. mit Patellamodellierung) in Frage.
Autotransplantation
Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem gut erhaltene Anteile des Gelenkknorpels aus wenig belasteten Randbereichen eines Gelenkes (insb. Kniegelenk) verwendet werden, Knorpeldefekte in Hauptbelastungszonen zu ersetzen. Diese Technik wird in der Regel in konventioneller Arthrotomie durchgeführt.
Autologe Chondrozyten-Implantation
Die Autologe Chondrozyten-Implantation (ACI) oder Transplantation autologer Knorpelzellen (Chondrozyten) ist eine Form der Behandlung, mit dem Ziel Schäden im Gelenkknorpel auszugleichen um das Fortschreiten von Knorpelschäden zu verlangsamen, eine Gelenkersatz
Hierzu gehören verschiedene Techniken, wie die Anfrischung degenerativ veränderter Regionen des Gelenkknorpels mittels Shaving, Pridie-Bohrung, oder die Implantation von Carbon
In der Mehrzahl der Fälle wird eine Therapie erst begonnen, wenn die Arthrose bereits merklich schmerzt und eine deutliche Gelenkveränderung bewirkt hat. Dann ist es das Ziel der Therapie, trotz des Gelenkverschleißes eine ausreichende Beweglichkeit und Belastbarkeit des Gelenkes noch für einige Zeit zu erhalten.
Totalendoprothese des Hüftgelenkes
Besonders die „letzte Prothese“ im fortgeschrittenen Alter ist oft sehr problematisch. Wo bereits Knochensubstanz durch Osteoporose verloren gegangen ist, sind evtl. sogar Brüche nach einer OP mit kaum noch beherrschbaren Komplikationen programmiert.
Unterarmgehstütze
leitlinienkonforme Maßnahme der Orthopädietechnik bei Coxarthrose
Wichtig ist eine umfassende Aufklärung des Patienten über die Erkrankung, deren natürlichen Verlauf und dessen therapeutische Beeinflussbarkeit. Die Beratung sollte auch Themen wie das Verhalten im Alltag, die körperliche Belastung in Beruf und Sport oder Bewegungsmangel, das Körpergewicht, und Training (insb. auch Eigenübungen) zur Beseitigung von muskulärer Defizite umfassen.
Medikamente aus unterschiedlichen Substanzgruppen werden zu Schmerzreduktion und Entzündungshemmung systemisch und/oder lokal eingesetzt. Hierzu werden Antiphlogistika (NSAR), Steroide (nur lokal), SYSADOA (Symptomatic Slow Acting Drugs in OA wie Chondroitinsulfat, Glukosaminsulfat, Diacerrhein, Hyaluronan und einige pflanzliche Extrakte Artischockenextrakt) und die therapeutische Lokalanästhesie empfohlen.Fassl Ch. e.a.: SYSADOA/DMOAD-Konzept setzt auf langsame positive Effekte. In: Rheuma Plus, 4. Jahrgang Nr. 1, 2005. hier online
Aus den Bereichen physikalische Therapie und Orthopädietechnik werden Physiotherapie (Mobilisierung, Muskelkräftigung, Muskeldehnung und Koordinationsschulung), Thermotherapie, Hydro- und Balneotherapie, Elektrotherapie, sowie Gehstock bzw. Unterarmgehstützen, Pufferabsätze, Keilkissen, Sitzerhöhungen, Arthrodesenstuhl, Entlastungsorthesen und Bandagen empfohlen.
Der Wirksamkeitsnachweis von Therapiemaßnahmen bei Arthrose ist nicht einfach, da im Verlauf der Krankheit schmerzlose Phasen mit schmerzhaften Phasen abwechseln. Auch die Gelenkbeweglichkeit kann im Verlauf der Krankheit variieren. Gleichzeitig ist der Nachweis von wirksamen Therapiemaßnahmen bei der Vielzahl der betroffenen Menschen bei einer älter werdenden Bevölkerung unumgänglich. Im Bereich des Hüft- oder Kniegelenks kann man die Arthrose anhand der schmerzfreien Gehstrecke und der Gelenkbeweglichkeit dokumentieren. Ist eine Therapiemaßnahme wirksam, muss sie die sog. „freie Gehstrecke“ zumindest beibehalten oder die Gelenkbeweglichkeit sogar verbessern. Diese Wirkungen sollten auch noch nach einem oder mehreren Jahren nachweisbar sein.
Deutsches Ärzteblatt 103/4 vom 27. Januar 2006, Seite A-187 / B-160 / C-159 hier onlineWitt, Claudia M.; Brinkhaus, Benno; Jena, Susanne; Selim, Dagmar; Straub, Christoph; Willich, Stefan N.: Wirksamkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Akupunktur – Ein Modellvorhaben mit der Techniker-Krankenkasse. (Efficacy, effectiveness, safety and costs of acupuncture). Deutsches Ärzteblatt 103/4 vom 27. Januar 2006, S. A-196 / B-169 / C-167 hier online und The LancetDr C Witt MD, B Brinkhaus MD, S Jena MSc, K Linde MD, A Streng PhD, S Wagenpfeil PhD, J Hummelsberger MD, HU Walther MD, D Melchart MD and Prof SN Willich MD: Acupuncture in patients with osteoarthritis of the knee: a randomised trial. The Lancet, 2005; 366:136-143, DOI:10.1016/S0140-6736(05)66871-7, hier online präsentiert. Dabei erwies sich die Akupunktur als wirksam gegen Schmerzen im Kniegelenk bei Gonarthrose.
Eine aktivierte Arthrose ist eine Entzündungsreaktion des Gelenkes aufgrund einer Arthrose. Als klassische Therapie werden dabei eingesetzt:
Arthrose ist mit erheblichen Kosten für das Gesundheitssystem verbunden. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems nahmen 2004 mit 24,46 Mrd Euro (10,87%) nach den Erkrankungen des Kreislaufsystems (2004: 35,27 Mrd Euro / 15,68%) und den Erkrankungen des Verdauungssystems (33,27 Mrd Euro / 14,79%) den drittgrößten Kostenfaktor für Behandlungen von Erkrankungen in Deutschland ein. Von den Kosten für Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wurden 6,77 Mrd Euro (27,68%) für die Behandlung von Arthrose aufgewandt. Über 96% der Kosten für die Behandlung von OA 2004 in Deutschland entfiel auf die Personengruppe der Menschen ab 45 Jahren, ca. zwei Drittel (67,83%) auf Personen ab 65 Jahren.Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2006): Gesundheit. Ausgaben, Krankheitskosten und Personal 2004. Statistische Bundesamt. Wiesbaden.
Spontanheilungen der degenerative Arthrose sind bislang beim Menschen nicht dokumentiert. Sie kann aber im Frühstadium durch geeignete Maßnahmen (s.o.) zeitweise verlangsamt oder gestoppt werden. In fortgeschrittenen Stadien kann ein unabwendbar negativer Verlauf bei konsequenter Behandlung noch immer verzögert und die Folgen gemildert werden. Nur der operative Gelenkersatz (Prothese) bietet aber die Chance auf eine Wiederherstellung der schmerzfreien Gelenkbeweglichkeit über mehrere Jahre, und dies auch nur bei günstigem komplikationslosen Verlauf. Hunderte Behandlungsmethoden sind am Markt. Viele davon - von oben genannten Nahrungsergänzungsmitteln, die Arthrose zeitweise stoppen sollen, bis zur Anwendung physikalischer Methoden („modulierte Magnetfelder“), die Besserung bringen sollen - verfügen nicht über einen amtlich ausreichenden oder keinen wissenschaftlichen Beleg ihrer Wirksamkeit.
Vorübergehend abklingende Beschwerden sind oft nur scheinbare Besserungen, wie sie auch für den üblichen wellenförmig wiederkehrenden Verlauf der Arthrose-Entzündungen typisch sind. Daher sind diese Behandlungsmethoden umstritten. Unter dem Oberbegriff „Wellness“ wird weitergehend eine ganze Palette von Nahrungsergänzungsmitteln vermarktet, die „hauptsächlich ihrem Vertreiber nutzen“. Die Preise für diese Stoffe sind oft nicht nachvollziehbar hoch. Ähnlichen Zwecken dienen auch Magnetarmbänder, wie sie massenhaft verkauft werden, aber wohl lediglich mental vorübergehende Wirkung haben. Wenn Verbraucherschutzorganisationen testen, wird meistens festgestellt, dass davon „keine gesundheitlichen Risiken ausgehen“. Der Anbieter bezieht diese Testergebnisse („mit gut bewertet“) in seine Werbung mit ein, ohne darauf hinzuweisen, welche Eigenschaften dazu bewertet wurden.
Die folgenden Arthroseformen beziehen sich namentlich auf das jeweils betroffene Gelenk: Aktivierte Heberden-Arthrose des rechten Zeigefingers
Die folgenden Arthrosebezeichnungen beschreiben den Status bzw. die Herkunft der Arthrose: